theler herbert | malen & gestalten

Herbert Theler arbeitet als Künstler in Visp im Kanton Wallis

Zu seinem Werk möchte ich aus “Das Kunstwerk“ von John Berger zitieren:

"Gemalte Bilder sind statisch. Die einzige Erfahrung beim wiederholten Betrachten eines Bildes- über mehrere Tage oder Jahre hin - ist, dass inmitten des ständigen Wechsels das Bild unverändert bleibt.[...]

Man könnte versucht sein zu sagen, das Gemälde einen Augenblick festhalten. Denkt man darüber nach, trifft dies offensichtlich nicht zu.

Denn der Augenblick eines Gemälde hat - im Gegensatz zum fotografierten Augenblick - nie so existiert. Und also kann man nicht sagen, dass das Gemälde ihn festhält.[...]

Der Maler selber gibt eine Teilantwort, auch wenn sie nicht in Worten formuliert wird.

Ist ein Bild fertig?

Nicht, wenn es schliesslich mit etwas real Existierendem übereinstimmt [...] sondern, wenn der vorausgesehene ideale Augenblick, betrachtet zu werden, sich für das Bild erfüllt, so wie der Maler damit rechnet, dass er sich erfüllen soll.

Der lange oder kurze Prozess, den das Malen eines Bildes bedeutet, ist der Prozess, in dem die künftigen Augenblicke, da es betrachtet wird, vorgebildet werden.

In Wirklichkeit können diese Augenblicke - trotz der Idealvorstellung des Malers - niemals genau bestimmt werden. Dennoch ist das Bild ganz auf diese Augenblicke der Betrachter hin ausgerichtet.

Ob der Maler nun ein Versager oder ein Meister ist, macht keinen Unterschied, was die Ausrichtung des Bildes angeht. Der Unterschied liegt vielmehr in dem, was das Bild preisgibt: das heisst darin, wie genau der Augenblick seines Betrachtetwerdens, den der Maler vorausgesehen hat, mit dem tatsächlichen Augenblick seines Betrachtetwerdens übereinstimmt.[...]"

Die Malerei von Herbert Theler entzieht sich der modischen Vergänglichkeit, sondern sucht den vorausgesehenen idealen Augenblick für den Betrachter seiner Bilder.

Dieser Ansatz zu den Bildern von Herrn Theler ist fundamental. Er entzieht sich dem rein subjektiven Wert des Bildes und macht es zum Gegenstand des Betrachters.

Das Subjektive findet sich in der Wahl des Motivs und in den Erfahrungen in der Natur.

Herbert Theler thematisiert seine Naturerfahrungen, die im Betrachten nachvollziehbar bleiben.

Herbert Theler löst die Konturen der Objekte völlig auf, schafft durch Zerstörung der Materie eine völlig grenzenlose Welt. Er malt nicht nach der Natur, sondern wie die Natur. Die Farbe seiner Bilder folgt nicht der Form sie erzeugt sie. Für ihn ist klar, dass die Linie den Verstand anspricht, die Farbe aber die Sinne.

So ist auch der Farbauftrag sehr ausdrucksbetont. Herbert Theler trägt Farbe verschieden dicht auf, als Lasur, pastos, einmal bestimmend im Pinselansatz und grosszügig angelegt, dann wieder sparsam, flüchtig und ruhig. Wichtig ist nicht nur die perfekte handwerkliche Arbeit, sondern der Ausdruck mit der Farbe. Seine Bilder zeigen die grenzenlose Welt, wie sie in der Romantik gesucht wird, zeigen die Landschaft als Licht und Luftphänomen, Licht und Atmosphärenerscheinungen.

Die Werke von Herrn Theler sind zeitlos.

André Theler 2009